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Hintergrundwissen Grossratswahl und Wahl Bernjurassischer Rat

Hinweis

Diese Angaben betreffen ausschliesslich die Grossratswahl und die Wahl in den Bernjurassischen Rat (Proporzwahl).
Von der Gemeinde erhalten Sie die amtliche Sammlung der vorgedruckten Wahlzettel (Parteilisten) sowie den leeren Wahlzettel. Für die Ausübung Ihres Wahlrechts machen wir Sie auf folgende Punkte aufmerksam:

Wahlanleitung

  • Es darf nur ein Wahlzettel verwendet werden.
  • Der vorgedruckte Wahlzettel kann unverändert abgegeben werden; die Partei erhält soviele Stimmen als Namen (Kandidatenstimmen) und leere Linien (Zusatzstimmen) auf dem Wahlzettel aufgeführt sind.
  • Der vorgedruckte Wahlzettel kann wie folgt geändert werden:
    • a) Streichen von Kandidatennamen; die leeren Linien zählen als Zusatzstimmen für die betreffende Partei.
    • b) Kumulieren: ein Kandidatenname wird ein zweites Mal geschrieben; diese Kandidatin/dieser Kandidat erhält somit zwei Stimmen. Gänsefüsschen ("), "dito" und Ähnliches sind ungültig.
    • c) Panaschieren: Kandidatennamen anderer Wahlzettel werden ein- oder zweimal auf den ausgewählten vorgedruckten Wahlzettel geschrieben. Die entsprechende Partei erhält dadurch weniger Parteistimmen.
  • Wer den leeren Wahlzettel benützt, muss mindestens einen Kandidatennamen einsetzen. Es können Kandidatennamen, die auf einem der vorgedruckten Wahlzettel aufgeführt sind, ein- oder zweimal eingesetzt werden. Wird der leere Wahlzettel oben mit einer Parteibezeichnung und/oder einer Listennummer versehen, so zählen die leeren (übrigen) Linien für die bezeichnete Partei als Zusatzstimmen.
  • Gültig sind nur Namen, welche auf einem der vorgedruckten Wahlzettel aufgeführt sind.
  • Sie erleichtern dem Wahlausschuss die Arbeit, wenn Sie beim Ausfüllen oder Abändern der Wahlzettel auch die Kandidatennummern angeben.
  • Die Wahlzettel dürfen nur handschriftlich ausgefüllt oder geändert werden.
  • Auf dem Wahlzettel dürfen nur soviele Namen stehen, als im Wahlkreis Mitglieder des Grossen Rates zu wählen sind (Anzahl Linien auf dem Wahlzettel). Überzählige Namen werden vom Wahlausschuss gestrichen.
  • Das planmässige Einsammeln, Ausfüllen oder Ändern von Wahlzetteln und das Verteilen derartiger Wahlzettel ist verboten.

Durchführung der Grossratswahl und der Wahl in den Bernjurassischen Rat

Die Grossratswahl und die Wahl in den Bernjurassischen Rat werden nach dem Proporzsystem durchgeführt. Die Proporzwahl beruht auf dem Grundsatz der verhältnismässigen Vertretung: Die Sitze werden dem Stärkeverhältnis der Partei entsprechend verteilt. Die gesetzlichen Grundlagen:

Wahlvorschläge

Jeder Wahlvorschlag muss am Kopf zu seiner Unterscheidung von anderen Wahlvorschlägen eine geeignete Bezeichnung (kompletter Name und Kürzel) tragen. Die Wahlvorschläge dürfen höchstens so viele Namen wählbarer Personen enthalten, als Sitze zu vergeben sind (bei Grossratswahlen je nach Wahlkreis). Kein Name darf mehr als zweimal aufgeführt sein (2x aufgeführt = kumuliert). Eine Kandidatin / ein Kandidat kann nur in einem einzigen Wahlkreis vorgeschlagen werden und dort nur auf einem einzigen Wahlvorschlag. Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen auf den Wahlvorschlägen folgendes angeben: Familienname, Vorname, Geburtsdatum, Beruf, Heimatort, Wohnadresse.

Unterzeichnerinnen / Unterzeichner

Jeder Wahlvorschlag muss von mindestens 30 im Wahlkreis wohnhaften Stimmberechtigten eigenhändig unterzeichnet sein. Für die Unterzeichnerinnen/die Unterzeichner ist eine Bescheinigung des Stimmregisterführeramtes ihres Wohnortes über ihr Stimmrecht beizulegen. Die Stimmberechtigten dürfen nicht mehr als einen Wahlvorschlag unterzeichnen. Nach der Einreichung des Wahlvorschlages können sie ihre Unterschrift nicht mehr zurückziehen.

Politische Gruppierungen müssen in Wahlkreisen, in deren Gebiet sie bei den letzten Wahlen mindestens einen Sitz erhalten haben, keine Unterschriften einreichen. Der Wahlvorschlag muss die Kontaktangaben der ermächtigten Personen (Vertretung und Stellvertretung) enthalten.

Einreichung

Die Wahlvorschläge können ab dem 132. Tag (neunzehntletzten Montag) vor dem Wahltag eingereicht werden. Sie müssen spätestens am 76. Tag (elftletzten Montag) vor dem Wahltag beim für den Wahlkreis zuständigen Regierungsstatthalteramt eingetroffen sein. Die Zentralstelle gibt der Staatskanzlei von allen Wahlvorschlägen und den vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten unverzüglich Kenntnis.

Bereinigung

Die bereinigten Wahlvorschläge werden als Listen bezeichnet. Sie erhalten Ordnungsnummern. Leidet ein Wahlvorschlag an einem Mangel oder lehnt ein Vorgeschlagener den Vorschlag ab, so wird der Vertreterin / dem Vertreter der Unterzeichner eine Frist von höchstens drei Tagen angesetzt, innert deren er den Mangel beheben kann. Die als Ersatz Vorgeschlagenen müssen bei der Zentralstelle des Wahlkreises schriftlich erklären, dass sie den Vorschlag annehmen.

Veröffentlichung

Die Zentralstellen der Wahlkreise veröffentlichen die Listen unter Hinweis auf die Listenverbindungen im Amtsblatt.

Die Ermittlung der Wahlergebnisse

Die Sitzverteilung berechnet sich auf Grund der Parteistimmen (Kandidaten- und Zusatzstimmen = Parteistimmen). Die von den einzelnen Parteien eroberten Stimmen werden ins Verhältnis zur Gesamtstimmenzahl gebracht.

Berechnung

  1. Bestimmung der Verhältniszahl (auch Quotient genannt). Gesamtzahl der Parteistimmen geteilt durch die um eins erhöhte Zahl der Sitze.2
  2. Jede Partei erhält so viele Sitze, als die Verhältniszahl in ihrer Parteistimmenzahl enthalten ist.
  3. Verteilung der Restsitze: Die Parteistimmenzahl jeder Partei wird durch die um eins erhöhte Zahl der erhaltenen Sitze geteilt. Der Liste, welche dabei den grössten Quotienten erreicht, wird ein weiterer Sitz zugeteilt. Dieses Verfahren wird wiederholt, bis alle Sitze verteilt sind.

a) Muster ohne Restverteilung

Muster ohne Restverteilung

Bild vergrössern Muster ohne Restverteilung

b) Muster mit Restverteilung

Muster mit Restverteilung

Bild vergrössern Muster mit Restverteilung

Listenverbindungen

Listenverbindungen bilden ein wichtiges Element im Proporzwahlrecht. Die Parteien erhoffen sich durch Listenverbindungen bessere Chancen, einen Sitz oder einen zusätzlichen Sitz zu erringen. Die verbundenen Listen (zwei oder mehrere) werden bei der Auszählung zunächst wie eine Einheit behandelt. Erst im zweiten Schritt werden die Sitze auf die einzelnen Listen innerhalb der Listenverbindung verteilt. 

Beispiel zu Listenverbindungen

Beispiel zu Listenverbindungen

Beispiel zu Listenverbindungen

Angenommen die Partei A erhält 190 Stimmen, die Partei B 140 Stimmen und die Partei C 60 Stimmen. Da B und C jedoch eine Listenverbindung eingegangen sind, werden ihnen 200 Stimmen angerechnet. Bei der Verteilung eines Sitzes werden die verbundenen Listen B und C als Einheit betrachtet und erobern deshalb den Sitz. Innerhalb der Listenverbindung erhält Partei B den Sitz. Obschon A 50 Stimmen mehr als B aufweist, geht diese Partei leer aus.

Ermittlung der Gewählten

Nachdem bekannt ist, wieviele Sitze den Parteien zukommen, gilt es, die gewählten Personen zu ernennen. Gewählt sind die Personen, die am meisten Stimmen erhalten haben. Die nicht gewählten Kandidatinnen und Kandidaten sind Ersatzleute in der Reihenfolge der erzielten Stimmen. Beim Rücktritt eines Gewählten rückt der erste Ersatzmann (oder die erste Ersatzfrau) nach.

Beispiel zur Ermittlung der Gewählten

Beispiel zur Ermittlung der Gewälten

Bild vergrössern Beispiel zur Ermittlung der Gewälten


Weitere Informationen

 


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