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Zahlen zur Gleichstellung in der Bildung

Die Zahlen zur Gleichstellung in der Bildung für den Kanton Bern geben Auskunft zu diesen Fragen: Wie gebildet sind die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Bern? Wie sieht die Geschlechterverteilung in der Volksschule, auf der Sekundarstufe, auf der Tertiärstufe und in Lehrberufen aus?

Bildungsstand der Wohnbevölkerung nach Geschlecht

34 von 100 Frauen und 43 von 100 Männern haben einen Tertiärabschluss.

Der Anteil der Frauen im Kanton Bern, welche lediglich die obligatorische Schule abgeschlossen haben, lag 2023 rund fünf Prozentpunkte über jenem der Männer (17,6 Prozent der Frauen gegenüber 12,1 Prozent der Männer). Rund 45 Prozent der Frauen und rund 41 Prozent der Männer verfügen über einen Berufslehrabschluss oder eine andere Ausbildung auf Sekundarstufe II. Rund 34 Prozent der Frauen und rund 43 Prozent der Männer haben einen Abschluss auf Tertiärstufe.

In den letzten Jahren ist bei beiden Geschlechtern ein kontinuierlicher Rückgang des Anteils der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung zu beobachten, bei den Frauen stärker als bei den Männern. Gleichzeitig nahm der Anteil mit tertiärem Bildungsabschluss deutlich zu – bei den Frauen markanter als bei den Männern. Bei den Frauen stieg der Anteil von 17,6 Prozent im Jahr 2010 auf 33,9 Prozent im Jahr 2023 (Anstieg von 16,3 Prozentpunkten), bei den Männern von 32,8 Prozent im Jahr 2010 auf 43,4 Prozent im Jahr 2023 (Anstieg von 10,6 Prozentpunkten).

Abbildung 1 Höchste abgeschlossene Ausbildung der ständigen Wohnbevölkerung ab 25 Jahren nach Geschlecht, Kanton Bern, 2010 – 2023

Grafik: Höchste abgeschlossene Ausbildung der ständigen Wohnbevölkerung ab 25 Jahren nach Geschlecht, Kanton Bern, 2010-2023

Grundgesamtheit: Alle Personen der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, die in Privathaushalten leben. Ohne Personen, die in Kollektivhaushalten leben, Diplomatinnen und Diplomaten, internationale Funktionärinnen und Funktionäre und deren Angehörige.

Quelle: Bundesamt für Statistik, Strukturerhebung 2010 – 2023

Geschlechterverteilung in der Volksschule

Die Mehrheit der Jugendlichen besucht die Sekundarschule, Mädchen häufiger als Jungen.

Die Geschlechterverteilung in den Berner Primarschulen ist in der Regel sehr ausgeglichen. Im Schuljahr 2024 besuchten 62’328 Kinder die Primarstufe, davon waren rund 49 Prozent Mädchen.

Beim Übertritt in die Sekundarstufe I zeigen sich geschlechterspezifische Unterschiede in Bezug auf das Schulniveau: Im Schuljahr 2024 besuchten rund 65 Prozent der Siebtklässlerinnen das Sekundarniveau (Sekundarklassen und spezielle Sekundarklassen), während es bei den Schülern rund 58 Prozent waren. Das Realschulniveau (Realklassen) besuchten hingegen rund 35 Prozent der Schülerinnen und rund 42 Prozent der Schüler. In den letzten Jahren zeigt sich ein zunehmender Anteil von Schülerinnen und Schülern auf Sekundarniveau, wobei der geschlechtsspezifische Unterschied weitgehend konstant bleibt.

Abbildung 2 Geschlechterverteilung der Schülerinnen und Schüler auf Sekundarstufe I, Kanton Bern, Schuljahre 2014 – 2024

Grafik: Geschlechterverteilung der Schülerinnen und Schüler auf Sekundarstufe I, Kanton Bern, Schuljahre 2014 – 2024

Quelle: Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern (BKD), Bildungsstatistik Kanton Bern (BKD), Basisdaten 2024

Geschlechterverteilung auf Sekundarstufe II

Junge Frauen entscheiden sich häufiger für eine Ausbildung an einer Mittelschule, während junge Männer häufiger eine Lehre absolvieren.

Es bestehen geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Ausbildungswahl. Unter den Lernenden auf Sekundarstufe II entscheiden sich mehr junge Frauen als Männer für eine Ausbildung an einer Mittelschule (25 Prozent vs. 19 Prozent). An den Gymnasien ist der Anteil der Frauen um 20 Prozent höher als jener der Männer (60 vs. 40 Prozent).

Anders zeigt sich das Bild bei der beruflichen Grundbildung: 70 Prozent der jungen Männer entscheiden sich für eine Lehre, während der Anteil bei den jungen Frauen mit 64 Prozent tiefer liegt. Der Anteil der übrigen Bildungswege fällt bei den jungen Frauen und Männern (10 vs. 11 Prozent) ähnlich gering aus. 

Abbildung 3 Ausbildungswahl auf Sekundarstufe II nach Geschlecht, Kanton Bern, 2024

Grafik: Ausbildungswahl auf Sekundarstufe II nach Geschlecht, Kanton Bern, 2024

Quelle: Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern (BKD), Bildungsstatistik Kanton Bern, Basisdaten 2024

Gechlecherverteilung in Lehrberufen

Es bestehen deutliche geschlechtsspezifische Präferenzen bei den jungen Menschen, die sich für eine Berufsausbildung entscheiden: Frauen entscheiden sich häufiger für Lehrberufe im gesundheitlichen und sozialen Bereich, während Männer häufiger technische und handwerklich-gewerbliche Berufe wählen.

Im Kanton Bern haben sich im Jahr 2022 die meisten jungen Frauen für eine Lehre im Bildungsfeld «Wirtschaft und Verwaltung» entschieden. Ebenfalls sehr beliebt waren Lehrberufe im Gesundheitswesen. Bei den jungen Männern war «Ingenieurwesen und Technik» das beliebteste Bildungsfeld, gefolgt von «Wirtschaft und Verwaltung» sowie «Architektur und Baugewerbe».

Insgesamt zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Präferenzen bei der Wahl des Lehrberufs. Während über 89 Prozent der Lernenden im Gesundheitswesen Frauen sind, beträgt der Frauenanteil in der Informatik lediglich 8,3 Prozent. Auch in anderen technischen Bildungsfeldern wie «Ingenieurwesen und Technik» oder «Architektur und Baugewerbe» sind Männer stark übervertreten. Dagegen überwiegen Frauen im Sozialwesen (80,9 Prozent).

Abbildungen 4 und 5 Berufliche Grundbildung nach Bildungsfelder, Kanton Bern, 2022

Grafik: Anuzahl Frauen und Mànner in der beruflichen Grundbildung nach Bildungsfelder, Kanton Bern, 2022
Grafik: Frauenanteil und Mànnerantile in % für die berufliche Grundbildung nach Bildungsfelder, Kanton Bern, 2022

Grundgesamtheit: Unter 20-jährige Schülerinnen und Schüler im ersten Ausbildungsjahr einer mehrjährigen zertifizierenden Ausbildung.

Quelle: Bundesamt für Statistik, Statistik der Lernenden (SDL), 2022

Geschlechterverteilung auf Tertiärstufe

Es studieren mehr Frauen als Männer auf Tertiärstufe. Die Geschlechterverteilung variiert nach dem Typ der Bildungsmöglichkeit.

Über die ganze Tertiärstufe hinweg betrachtet, liegt der Anteil der Studentinnen über jenem der Studenten (55 Prozent Frauen versus 45 Prozent Männer). Die Geschlechterverteilung unterscheidet sich jedoch nach der Art der Bildungsmöglichkeit.

2024/25 war der Männeranteil mit 53 Prozent in der Höheren Berufsbildung am höchsten. An der Universität Bern studierten insgesamt 16’581 Personen auf Stufe Bachelor, Master oder Doktorat. Davon waren 59 Prozent Frauen. Die PHBern zählte 3’169 Studierende, davon 66 Prozent Frauen. An der Berner Fachhochschule BFH betrug der Anteil der Frauen 54 Prozent bei insgesamt 7’653 Studierenden.

Abbildung 6 Studierende auf Tertiärstufe nach Geschlecht, 2024

Grafik: Studierende auf Tertiärstufe nach Geschlecht, 2024

Quelle: Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern (BKD), Bildungsstatistik Kanton Bern, Basisdaten 2024

Weitere Informationen zur Gleichstellung in der Bildung

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